BesucherInnen-Info


Erfolgreicher Abschluss

| 5 November 2018

270.322 Besucherinnen und Besucher oder umgerechnet 45 Legionen haben die OÖ. Landesausstellung 2018 besucht.


Summa summarum - Die OÖ. Landesausstellung in Zahlen

270322 / 45
Unter dem Titel „Die Rückkehr der Legion.Römisches Erbe in Oberösterreich“ präsentierte die 32. OÖ. Landesausstellung von 27. April bis 4. November 2018 das römische Erbe in Oberösterreich und stieß auf großes Interesse beim Publikum. Der Hauptstandort in Enns und die beiden Außenstellen in Schlögen und Oberranna im Oberen Donautal verzeichnen nach 193 Ausstellungstagen insgesamt 270.322 BesucherInnen. Umgelegt auf die Sollstärke einer Legion mit je 6.000 Mann sind das rund 45 Legionen.

79% / 1400
Durchschnittlich besuchten täglich 1.400 Personen die Ausstellungen in Enns, Schlögen und Oberranna.

Besucherinnen und Besucher nach Herkunft

Oberösterreich                     79,0 %
Niederösterreich                       6,9 %
Wien                                       4,7 %
Salzburg                                  4,2 %
Ausland (v.a. Deutschland)        3,4 %
Steiermark                               1,0 %
Tirol und Vorarlberg                   0,6 %
Kärnten                                    0,2 %

3332
Es wurden insgesamt 3.332 Museumsführungen in den Ausstellungen durchgeführt, davon 1.341 im Museum Lauriacum, 1.369 in der Basilika St. Laurenz und 622 pädagogische Vermittlungsprogramme für Schulen.

 

Res gestae - Tatenbericht der Wissenschaft

2500
Das Museum Lauriacum, das eine der bedeutendsten Sammlungen zur Römerzeit in Österreich beherbergt, bildete das Herzstück der diesjährigen Landesausstellung. Durch die Einbindung jüngster Forschungsergebnisse von Ausgrabungen, geophysikalischen Prospektionen, altertumswissenschaftlichen, anthropologischen und archäozoologischen Untersuchungen wurden auch ganz neue Aspekte zum Leben an der Donau vor 1800 Jahren präsentiert. So weiß man zum Beispiel durch die Analyse der Skelette mehr über das Alltagsleben der römischen Frauen in Lauriacum, die von Kindheit an starker körperlicher Arbeit ausgesetzt waren.

Aufgrund der Landesausstellung konnten die Präsentationsflächen für die Römerzeit mehr als verdoppelt werden – von ursprünglich 600 m² auf 1300 m². Das Museum Lauriacum wurde damit zu einem der größten Römermuseen Mitteleuropas, das rund 2500 Funde interaktiv präsentiert.

35 / Die verlorene Goldkette
Die Schaugrabung am Areal der Firma Büsscher & Hoffmann in Enns brachte einen ganz besonderen Fund zutage: Zwischen zwei Schotterschichten der römischen Straße lag eine römische Goldkette mit einem ebenfalls goldenen Anhänger. Die vollständig erhaltene „Fuchsschwanzkette“ ist ca. 35 cm lang und etwa 19 Gramm schwer. Lediglich die Glasperle des Anhängers ist gebrochen und ein Verschlussteil abgerissen. Es ist davon auszugehen, dass in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts eine reiche Dame aus Lauriacum diesen Verlust zutiefst bedauert hat. Für das Grabungsteam ist es das absolute Highlight der Forschungsarbeiten im Rahmen der Landesausstellung. Von Enns sind bisher nur sehr wenige Goldfunde bekannt und so dürfen sich die BesucherInnen auf ein weiteres Prunkstück im Museum Lauriacum freuen.

600
Bei den Ausgrabungen in Schlögen (Römerbad) und Enns (Kalkbrennofen 9 und Schaugrabung) wurden über 600 Kubikmeter Erdmaterial händisch bewegt.

481
Der Römerburgus in Oberranna erhielt in einer Rekordzeit von nur 481 Tagen einen Schutzbau. Dies war nur durch das große Engagement aller Beteiligten möglich, allen voran die Grabungsfirma Archeonova sowie die ausführenden Baufirmen.

1300
Bei der Ausgrabung des Römerburgus in Oberranna wurden ca. 1.300 Tonnen Material bewegt, das meiste zum Glück mit Bagger und LKW.

1462
Alleine bei der Ausgrabung eines hervorragend erhaltenen römischen Kalkbrennofens in Enns wurden 1462 Fundnummern vergeben, die oft mehrere Objekte umfassen. Dieser in der Spätantike als überdimensionaler Mülleimer verwendete Ofen und die anderen Ausgrabungen brachten also einen Objektzuwachs von mehreren tausenden Fundobjekten für das OÖ. Landesmuseum. Die Funde verraten interessante Details zum römischen Leben, beispielsweise zur Ernährung.

4500
Rund 4500 Personen besuchten von 3. September bis 4. November 2018 die Schaugrabung „Taberna an der ersten Nordumfahrung von Enns“ und blickten den ArchäologInnen der Universität Salzburg und des OÖ. Landesmuseums über die Schulter. Sowohl Gruppen als auch EinzelbesucherInnen wurden von den GrabungsmitarbeiterInnen persönlich betreut.

705.000
Das Österreichische Archäologische Institut untersuchte im Auftrag der Direktion Kultur 70,5 Hektar = 705.000 Quadratmeter in Enns mit geophysikalischen Messgeräten (67,3 ha Geomagnetik und 3,2 ha Georadar). Auf Basis dieser High-Tech-Untersuchungen konnte ein neuer archäologischer Plan von Lauriacum/Enns erstellt werden. Das römische Siedlungsareal war um einiges größer als bisher angenommen. Die wichtigste Neuentdeckung ist sicher der römische Hafen von Lauriacum.

300
In einem Kooperationsprojekt mit dem Naturhistorischen Museum Wien untersuchten Anthropologinnen die menschlichen Überreste von mehr als 300 Individuen aus römischen Gräberfeldern in Lauriacum/Enns. Die höchstinteressanten und spektakulären Ergebnisse zum Leben und Sterben am Donaulimes finden in der Fachwelt große Beachtung.

 

Panem et circenses - Vielseitiges Rahmenprogramm dank großem Engagement

100
Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit über 100 Veranstaltungen und 50 geförderten Projekten hat die diesjährige Landesausstellung begleitet. Dank des großen Engagements zahlreicher Vereine, Privatpersonen und öffentlicher Einrichtungen konnte den Gästen der Landesausstellung sowie der lokalen Bevölkerung ein attraktives Angebot aus Musik, Theater, Literatur und Wissenschaft bis hin zu kulinarischen und volkskulturellen Veranstaltungen und Festen geboten werden.

Auf den Spuren der Römer wurden aber auch so manche sportliche Höchstleitungen erzielt:

800
Ein besonders schweißtreibendes Projekt im Rahmen der Landesaustellung haben sich sechs Ennser Rennradfahrer ausgedacht. Initiator Klaus Kamptner dazu: „Auf den Spuren der Legion, von Meilenstein zu Meilenstein, in 10 Tagen mit dem Rennrad von Rom nach Enns, rund 800 römische Meilen (1200 Kilometer), das war unser Ziel“!

4000
15,7 Meter lang, 2,7 Meter breit und mit Ausnahme weniger Eisennägel zu 100 Prozent aus Holz (Kiefer, Eiche): Mit einem originalgetreuen Nachbau eines römischen Patrouillenbootes waren StudentInnen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Freiwillige im Sommer auf der Donau von Manching, südöstlich von Ingolstadt (Bayern/DE), zum Schwarzen Meer unterwegs. Die F.A.N. (Fridericiana Alexandrina Navis) machte auch in Enns Halt und bot sportlichen Römer-Fans die Möglichkeit, die Stammbesetzung beim Rudern zu unterstützen. Nach einer langen Reise von 4000 Kilometern an Land und auf der Donau erreichte die F.A.N. am 16. August 2018 wohlbehalten das Donau-Delta.

(Eine Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Trier, dem Römermuseum Haltern und dem kelten römer museum Manching.)

37,3
Der österreichweite Jahreshöchstwert 2018 von 37,3 Grad Celsius wurde am 9. August in Enns gemessen. Wenige Tage zuvor luden der Museumverein Lauriacum – Enns und der Mittelalterverein „Civium Anasi“ bei nicht minder hohen Temperaturen zum Historischen Festival 2018 im Ennser Schlosspark ein. Zahlreiche BesucherInnen trotzten der Hitze und ließen sich von über 120 Darstellerinnen und Darsteller in die Zeit der Kelten, Römer und Kreuzritter entführen.

 

Verstärkte Kulturvermittlung durch Outreach-Projekte

Eine besondere Bereicherung des Rahmenprogramms bildeten neue Kooperationen und Vermittlungsprogramme, die als Botschafter für die Landesausstellung nicht nur an den Ausstellungsstandorten sondern in ganz Oberösterreich im Einsatz waren:
Erstmals wurden im Rahmen der KinderUni OÖ in Linz, Steyr, Wels und im Ennstal unter der Leitung des Archäologen und Kulturvermittlers Bernhard Schlag spannende Workshops zum Thema Römer und Exkursionen zur Landesausstellung angeboten.
Im Oberen Donautal konnten sich die Gäste im Rahmen von Naturschauspiel per Boot auf der Donau oder bei einer Wanderung auf die Spuren der Römer begeben.

Einen überwältigenden Zuspruch erfuhr auch die Wanderausstellung „Alle Wege führen nach...“ der Kulturvermittlerin Angelika Doppelbauer (www.kulturbegeistert.at) in Kooperation mit dem Verein Römerweg Ovilava und dem Welser Römermuseum. Viele oberösterreichische Schulen liehen sich die mobile Ausstellung samt Vermittlungsmaterial für einen Römerschwerpunkt kostenlos aus und kombinierten sie mit einem Besuch im Museum in Wels oder bei der Landesausstellung in Enns.

 

Erfolgreiche Social Media Kampagne

4.600.000
Das Sujet der diesjährigen Landesausstellung verzeichnete mehr als eine halbe Million Sichtkontakte. Alle Werbemittel zusammen erzielten mehr als 4,6 Millionen Impressionen (Klicks). 111 veröffentlichte Postings (bis 24.10.2018) ergaben mehr als 3300 Interaktionen mit Fans. 595 Mal teilten User und andere Seiten die Beiträge der OÖ. Landesausstellung. Die durchschnittliche absolute Reichweite der Facebook-Seite liegt bei 10.727,65 Personen pro Tag. An Spitzentagen lag dieser Wert über 40.000.

 

Ausblick

Das Museum Lauriacum wird nach den geplanten Umbauarbeiten voraussichtlich am 1. Mai 2019 wieder eröffnet. Besonders erfreulich ist, dass bereits jetzt Anfragen für Vermittlungen für die Zeit nach der Landesausstellung vorliegen.

2019
Im Sommer 2019 wird die Ernennung des Donaulimes (Abschnitt West von Bayern bis Ungarn) zum UNESCO Welterbe erwartet. Alle drei Landesausstellungsorte – der Römerburgus Oberranna, das Römerbad Schlögen und größere Flächen von Lauriacum/Enns – wären dann auch Welterbestätten.

2021
OÖ. Landesausstellung 2021: „Adel – Bürger – Arbeiter. Der Weg zum modernen Oberösterreich“ (Arbeitstitel)

Die Vorbereitungen für die nächste Landesausstellung im Jahr 2021, die sich der Wirtschafts-, Sozial- und Identitätsgeschichte der sozialen Großgruppen „Adel“, „Bürger“ und Arbeiter“ widmet, haben bereits begonnen. Die Hauptthemenschwerpunkte (Adel, Bürger, Arbeiter) werden im Schloss Lamberg (Adel), im Innerberger Stadel (Bürger) sowie im Museum Arbeitswelt (Arbeiter) präsentiert.

 

Foto: Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Dr. Stefan Traxler, Wissenschaftlicher Leiter der OÖ. Landesausstellung 2018, mit jener römischen Goldkette, die bei den Schaugrabung am Areal der Firma Büsscher & Hoffmann in Enns gefunden wurde. Foto: Land OÖ


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