Die Römer im Oberen Donautal


Römerpark Schlögen

Kastell, Zivilsiedlung und Bad

Der für die OÖ. Landesausstellung 2018 errichtete Schutzbau über den Ruinen des römischen Badegebäudes bildet das Herzstück des Römerparks. Beim Hotel Donauschlinge sehen Sie die Überreste des westlichen Kastell-Tors. Stereoskope zwischen den beiden Ausgrabungsstätten und beim berühmten Schlögener Donaublick ermöglichen dreidimensionale Blicke in die Vergangenheit. Die Rekonstruktionen vermitteln Ihnen ein lebhaftes Bild von Kastell und Siedlung um etwa 200 n. Chr und zaubern für Sie originalgetreue Römerschiffe auf die Donau.

Römerbad Schlögen

Wellness zur Zeit der Römer

Selbst in den entlegensten Teilen und den kleinsten Siedlungen des Imperium Romanum wollten die Römer die Annehmlichkeiten ihrer ausgefeilten Badekultur nicht missen.
So befand sich am Standort des heutigen Schlögen neben einer kleinen Zivilsiedlung und einem Kastell auch ein etwa 14 Meter langes und bis zu sechs Meter breites Badegebäude, das mit erstaunlicher technischer und baulicher Finesse um 150 n. Chr. errichtet wurde.
Es besteht aus drei Räumen: einem Warmbaderaum (Caldarium), einem Laubaderaum (Tepidarium) und einem Kaltbaderaum (Frigidarium). Fußboden- sowie Wandflächen des Warmbaderaumes und der Boden des Laubades wurden von einem Praefurnium aus beheizt.

Kastell und Zivilsiedlung Schlögen

Das Lager wird mit lediglich 0,8 ha Innenfläche als Kleinkastell bezeichnet und dürfte für eine Besatzung von 100 bis 150 Mann angelegt gewesen sein. Eine 1,65 Meter starke Wehrmauer mit einem hölzernen Wehrgang umschloss die annähernd rechteckige Anlage. Die Auswertung der Funde zeigte, dass das Kastell um 170 n. Chr. errichtet und das Areal bis weit ins 5. Jahrhundert genutzt wurde.
Die Lage an der Donauuferstraße, die von Passau in Richtung Linz verläuft und genau in Schlögen die Donau verlässt, war gemeinsam mit den idealen Bedingungen für
einen Naturhafen ausschlaggebend für diese Platzwahl.
Schon etwa 20 Jahre bevor das Kastell gebaut wurde, bestand eine kleine Zivilsiedlung. Dieser Vicus von Schlögen diente wahrscheinlich als Straßenstation, sowie als Lande- und Umladeplatz für Schiffe.

Die Entdeckung der Römer im Oberen Donautal

Im Jahr 1837 wurde in Schlögen eine Goldmünze mit dem Porträt des römischen Kaisers Diocletian gefunden. Dem daraufhin gegründeten Ausgrabungsverein gelangen die Entdeckungen eines römischen Kastells und einer kleinen Zivilsiedlung. Diese Ausgrabungen gelten als erste systematische Grabungen in Oberösterreich und im Bereich des sogenannten Donaulimes in Österreich. Der Oberösterreichische Musealverein begleitete und unterstützte diese frühen Forschungen. Funde, Zeichnungen und Berichte kamen ins heutige OÖ. Landesmuseum, wo sie nach wie vor verwahrt werden. Zwischen 1957 und 1960 fanden im Vorfeld von Baumaßnahmen noch einmal umfangreichere Ausgrabungen statt, bei denen auch das westliche Lagertor freigelegt und konserviert wurde. Geophysikalische Prospektionen im Jahr 2013 erbrachten den Nachweis, dass größere Teile der Kastellmauern und zumindest zwei Gebäude in der Zivilsiedlung noch gut erhalten im Boden liegen. Das kleine, aber feine Römerbad wurde im Vorfeld der OÖ. Landesausstellung 2018 vollständig ausgegraben.

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