Salzkammergut

In Gmunden und 13 weiteren Ausstellungsorten

Die OÖ. Landesausstellung 2008 im Salzkammergut war die zweite dezentrale Landesausstellung, bei der eine ganze Region gleichsam als "Ausstellungsbühne" eingebunden wurde. An insgesamt 14 Standorten von Laakirchen über Ohlsdorf und Gmunden bis Obertraun, von Bad Ischl über St. Wolfgang bis St. Gilgen und Strobl wurde die facettenreiche Natur-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Salzkammergutes gezeigt und dabei die Entwicklung vom „Kammergut“ des Kaisers bis hin zu einer der touristisch am meisten frequentierten Regionen Österreichs dokumentiert.

Gmunden
Die Ausstellung im Schloss Ort präsentierte im Überblick die Besonderheiten des Naturraums sowie die Kunstschätze dieser Region. Auf die für das Salzkammergut typische Volkskultur und verschiedenste soziale Aspekte wie z.B. der Widerstandsgeist, der in dieser Region immer wieder aufflackert, wurde ebenso der Fokus gelegt. Die Rolle des Salzkammergutes als Ort künstlerischer Betätigung wurde herausgearbeitet und es wurden verschiedene international arrivierte Künstlerpersönlichkeiten vorgestellt, die im Salzkammergut ihr Feriendomizil oder bis heute ihren ganzjährigen Wohnsitz in einem der malerischen Orte zwischen Gmunden und Obertraun haben.

Altmünster - Schnitzer, Drechsler, Löffelmaler - 450 Jahre Viechtauer Hausindustrie
Das Eggerhaus in Altmünster und das Viechtauer Heimathaus in Neukirchen erzählten von den ärmlichen Lebensverhältnissen und bescheidenen Produktionsmöglichkeiten der Schnitzer, Drechsler, Schüsselmacher und Haushaltswarenhersteller, die ab dem 16. Jahrhundert hier in Heimarbeit Holzwaren herstellten. Das Heimathaus zeigte darüber hinaus die historische Entwicklung des Handels mit den Holzwaren.

Traunkirchen - Schätze, Gräber, Opferplätze
Die Ausstellung im ehemaligen Kloster erzählte von Kult und Religiosität zwischen Jungsteinzeit und Heute, vom materiellen Reichtum an Salz und Rohstoffen, den frühzeitlichen Siedlungen und mittelalterlichen Burgen sowie vom Glauben der Bevölkerung.

Ebensee - Heimat – Himmel & Hölle
Abschied und Neuanfang im Salzkammergut: Das baulich adaptierte Museum Ebensee, in der ehemaligen Salinendirektion, beschäftigte sich mit den Menschen, die das Schicksal entweder hierher verschlug oder aber die ihre angestammte Heimat aufgrund wirtschaftlicher Not, religiöser Verfolgung oder der Suche nach neuen Herausforderungen verlassen mussten.

Hallstatt - Jetzt ist Hallstattzeit
Hallstatt wurde zum Erlebnis für Familien und Kulturreisende aus aller Welt. Der neue Panoramalift im Hallstätter Hochtal, das Welterbemuseum und der Welterberundweg nahmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine spektakuläre Zeitreise, boten atemberaubende Ausblicke und zeigten geheimnisvolle Schätze. Am Salzberg konnte man als Zeuge eine prähistorische Bestattung am weltberühmten Gräberfeld mitverfolgen.

Laakirchen / Steyrermühl - Papierwelten
Eine Erlebnisreise durch die Themenbereiche Papier, Arbeitswelt, Umwelt und Industrialisierung bot das in der ehemaligen Papierfabrik Steyrermühl untergebrachte Papiermacher- und Druckereimuseum.

Bad Ischl - Menschen, Mythen, Monarchen
Von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart zwischen „Ischler Regen“ und „Kaiserwetter“ wurde die Rolle des Kurortes als Treffpunkt des internationalen Adels, politischer Entscheidungsträger, gesellschaftlicher Prominenz und namhafter Künstler ebenso herausgearbeitet, wie soziale Unterschiede der Besucherinnen und Besucher und verschiedene Phasen der touristischen Entwicklung. Im Eingangsbereich der aus der Biedermeierzeit stammenden Trinkhalle, die für die Ausstellung denkmalgerecht restauriert wurde, lud ein eigener Kinderbereich mit historischer Kutsche auch die jungen Besucherinnen und Besucher ein.

St. Wolfgang, Strobl, St. Gilgen - Künstler.Leben am Wolfgangsee
Unter dem Motto „Maler, Musiker und Dichter auf Sommerfrische“ wurde den Besucherinnen und Besuchern im revitalisierten Rathaus von St. Wolfgang vom Leben und Wirken der Künstlerinnen und Künstler am Wolfgangsee erzählt. Im Mittelpunkt standen Komponisten, Meistermaler und Autoren mit ihren unvergänglichen Werken sowie der Wolfgangsee als glamouröse Filmkulisse für unbeschwerte Urlaubsromantik. Die Wallfahrtskirche, verschiedene Wege durch den Ort und die Nostalgiefahrten mit der historischen Zahnradlokomotive Z1 und dem dazugehörigen Kaiser-Salonwagen auf den Schafberg ermöglichten einen erlebnisreichen und vielseitigen Landesausstellungsbesuch.

Bad Goisern - Geigen, Gwand und Goiserer
Die facettenreiche Volkskultur und das traditionelle Handwerk des inneren Salzkammergutes stand im Zentrum des Landesausstellungsbeitrages auf Schloss Neuwildenstein in Bad Goisern. Typische  Produkte – wie beispielsweise der Goiserer Schuh – sind weit über das Salzkammergut hinaus bekannt. Kinder konnten selbst verschiedene Handwerkstechniken ausprobieren oder sich auf dem in unmittelbarer Ausstellungsnähe befindlichen Spielplatz austoben.

Brauerei Schloss Eggenberg – Die Reisen der Fernberger
Die Ausstellung in der Erlebnisbrauerei auf Schloss Eggenberg berichtete unter dem Motto „von Schloss Eggenberg an das Ende der damals bekannten Welt“ über die abenteuerlichen Weltreisen der ehemaligen Schlossbesitzer Georg und Christoph Fernberger, die vor 400 Jahren als erste Österreicher den Erdball umrundeten.

Obertraun - Dachstein – Forscher – Höhlenbären
Familienfreundlichkeit stand im Mittelpunkt des Obertrauner Landesausstellungsbeitrages. Auf der 1350 m hoch gelegenen Schönbergalm luden neben dem Höhlenmuseum und der Ausstellung in den Simony-Themenhütten auch der abwechslungsreich gestaltete Abenteuersteig mit Rast- und Aussichtsplattform, der bis zu drei Meter hohe, natürliche Karstklettergarten sowie das Almbodenkick-Feld – ein Fußballplatz mit natürlichen und künstlichen Unebenheiten – zur aktiven und erlebnisorientierten Erkundung dieser außergewöhnlichen Gebirgslandschaft ein.

Gosau – Steinsichten
Spannendes und Wissenswertes rund um die Themen Geologie und Biologie gab es in Gosau zu entdecken. Das Freilichtmuseum Paarhof und der Jagerbauerstadel vermittelten erlebnisreiche Einblicke in die Vorgänge der Gebirgsbildung und die allmähliche Veränderung der alpinen Landschaft. Der ohne einen einzigen Metallnagel errichtete Themenweg durch das lange unberührte Löckernmoos war ein Höhepunkt der Ausstellung.

Ohlsdorf – Gehen und Denken. Ein Thomas-Bernhard-Weg
Wandernd durch die Landschaft rund um Ohlsdorf, wo sich Thomas Bernhard vor mehr als 40 Jahren ansiedelte, konnte man sich gedanklich mit seiner Literatur beschäftigen. Auf 11 Stationen eines Rundweges wurden signifikante Zitate aus seinem Werk ausgestellt, die Assoziationen zu seinem literarischen Werk herstellten. Stationen im Bernhard-Haus (Obernathal 2) und im Papiermachermuseum Steyrermühl vermittelten, wie reale Orte und Gebäude der Umgebung zu Bestandteilen von Bernhards literarischer Fiktion wurden.

Durch die Dezentralisierung profitierte die ganze Region von den Investitionen in die Ausstellungsprojekte nachhaltig. Der OÖ. Tourismus startete in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Gmunden – Bad Ischl ein umfangreiches Qualifizierungsprojekt zur Landesausstellung 2008.

Team

Wissenschaftliche Gesamtleitung und Konzept
o.Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, JKU Linz

Mitarbeit Wissenschaft
Dr. Marie-Theres Arnbom
Mag. Gunter Bittermann
Mag. Norbert Loidol

Ausstellungsgestaltung
Ing. Manfred Quatember
DI Elisbeth Plank, Wien

Kulturvermittlung
Ma. Claudia Hutterer

Ausstellungsgrafik
Mag.art. Gerhard Lohninger

Werbegrafik
CONCEPTA Werbeagentur GmbH, Neuzeug bei Steyr

Videoproduktion
Vogel-Audiovision, Linz

Sounddesign
Komposition: Sam Auinger
Hardware: Gerd Thaller
Software: Gerald Schalek
Electronic: Roland Babl

Konservatorische Betreuung
Prof. Mag.art. Karin Troschke, Institut für Papierrestaurierung

Mitarbeit Konservatorische Betreuung
Mag. Ursula Brandl-Pühringer
Mag. Sascha Höchtl
Mag. Rahel Jahoda
MMag. Monika Roth

Katalog

Salzkammergut
OÖ. Landesausstellung 2008
ISBN 978-3-85499-399-5

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